Kritik Phänomenal

alle Produkte 50% Rabbat

Mit zuge­ge­ben unver­hoh­le­ner Belus­ti­gung habe ich beim Baye­ri­schen LKA gele­sen, dass unge­fähr 100.000 Mit­men­schen auf Web­sei­ten wie der oben aus­zugs­wei­se abge­bil­de­ten gegen Vor­kas­se ver­meint­li­che Schnäpp­chen geor­dert haben. Mein Mit­leid hält sich ehr­lich gesagt in Gren­zen. Das kommt halt raus beim Unter­schich­ten­fern­se­hen.

Das hier lese man sich am bes­ten mal in Ruhe laut vor:

Es stell­te sich her­aus, dass die mut­maß­li­chen Täter zahl­rei­che seri­ös aus­se­hen­de Online­shops ins Inter­net stell­ten, für das Impres­sum häu­fig ech­te Daten ahnungs­lo­ser Fir­men miss­brauch­ten und Arti­kel aller Art zu auf­fäl­lig güns­ti­gen Prei­sen anbo­ten. Als Bezah­lung wur­de Vor­kas­se meist auf ein deut­sches Kon­to gefor­dert, was die meis­ten Geschä­dig­ten sorg­los akzep­tier­ten. Die Kon­ten stell­ten von den Tätern ange­wor­be­ne Finanz­agen­ten zur Ver­fü­gung. Dabei han­del­te es sich um Pri­vat­per­so­nen, die meist per E-Mail gekö­dert wur­den, ihr Kon­to gegen Bezah­lung zur Ver­fü­gung zu stel­len. Sie soll­ten für ihren neu­en „Arbeit­ge­ber“ Gel­der ent­ge­gen neh­men und wei­ter trans­fe­rie­ren bzw. sie über­lie­ßen die Zugangs­da­ten zum Online-Ban­king den „Arbeit­ge­bern“. Dabei war den Finanz­agen­ten meist nicht bewusst, dass sie zur Geld­wä­sche miss­braucht wer­den und sich ggf. selbst straf­bar mach­ten.

Wie dumm muss man eigent­lich sein, um auf sol­che „seri­ös aus­se­hen­den“ Online­shops her­ein­zu­fal­len oder sich als „Finanz­agent“ anwer­ben zu las­sen?

In einer Mel­dung der Deut­schen Pres­se-Agen­tur heißt es ergän­zend:

Die Unter­su­chun­gen sei­en sehr kom­plex und noch nicht abge­schlos­sen, beton­te Ermitt­lungs­lei­ter Busch. „Das Inter­net ist geprägt von Anony­mi­tät.“ Das erschwe­re die Ermitt­lun­gen. Zusätz­lich sei­en sie auch durch die Ein­schrän­kung der Vor­rats­da­ten­spei­che­rung zurück­ge­wor­fen wor­den. Busch appel­lier­te an die Poli­tik, dort „mög­lichst bald und zügig eine Ermitt­lungs­la­ge zu schaf­fen“, die die Straf­ver­fol­gung im Inter­net erleich­tert.

Nein, lie­ber Herr Busch. Wir brau­chen kei­ne Vor­rats­da­ten­spei­che­rung. Son­dern ein­fach nur Men­schen, die nicht allein von Gier getrie­ben sind, Geiz nicht geil fin­den – und die wis­sen, wie man Rabatt schreibt. Ein biss­chen Bil­dung mit­hin und ein biss­chen gesun­den Men­schen­ver­stand. Dann hät­ten die­se digi­ta­len Bau­ern­fän­ger näm­lich über­haupt kei­ne Chan­ce. Aargh.

Autor

Thomas Cloer ist Corporate Communications Manager in München. Hier schreibt er privat über allerlei, was ihn so interessiert.

Kommentar verfassen