Kritik Persönlich

Die De-Mail ist tot, tot, tot

De-Mail (Telekom Pressefoto)
Foto: Deut­sche Tele­kom AG

Sie schrei­ben zum Gip­fel:

Bund und Anbie­ter wol­len bei De-Mail künf­tig noch enger zusam­men­ar­bei­ten. Um De-Mail flä­chen­de­ckend ein­zu­füh­ren, soll die in der Digi­ta­len Agen­da der Bun­des­re­gie­rung beschlos­se­ne „Arbeits­ge­mein­schaft De-Mail“ hier­zu kon­kre­te Maß­nah­men iden­ti­fi­zie­ren und deren Umset­zung vor­an­trei­ben. Der Arbeits­ge­mein­schaft gehö­ren gegen­wär­tig die United Inter­net AG mit ihren Mar­ken 1&1, WEB​.DE und GMX, das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern, die Deut­sche Tele­kom sowie die Fran­co­typ-Pos­ta­lia Hol­ding AG mit ihrer Toch­ter­ge­sell­schaft Men­ta­na-Claim­soft GmbH an.

Die Arbeits­ge­mein­schaft will künf­tig Behör­den, Fir­men und ins­be­son­de­re Pri­vat­per­so­nen über eine eige­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­platt­form zu De-Mail infor­mie­ren. Die Platt­form wird anbie­ter­neu­tral kon­kre­te Fra­gen beant­wor­ten, Unter­stüt­zung bei der Ein­füh­rung von De-Mail bie­ten und bereits heu­te exis­tie­ren­de Anwen­dungs­bei­spie­le vor­stel­len.

Das ist der Gip­fel. Euphe­mis­ti­schen Gela­bers. De-Mail ist und bleibt eine Tot­ge­burt. Und das ist auch gut so.

Autor

Thomas Cloer ist Corporate Communications Manager in München. Hier schreibt er privat über allerlei, was ihn so interessiert.

4 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Marc sagt:

    Dass das gan­ze nicht ankommt liegt ua. dar­an, dass es kos­tet, man neue Mail-Adres­se sich merken/publizieren muss und es keine/kaum Vor­tei­le bringt – eher Nach­tei­le

    Die Pseu­do-Sicher­heit könn­te ins Ren­nen geschickt wer­den, ver­bun­den mit einer Zwangs­aus­rol­lung, wel­che jedoch Anbie­ter­seits erfol­gen müss­te, dh. dass bspw. ab sofort alle web​.de/​g​m​x​.​d​e​-​K​u​n​den über die bis­he­ri­ge Mail-Adres­se die angeb­li­chen Vor­tei­le nut­zen könn­ten.

  2. Alexander sagt:

    Als kon­kre­te Maß­nah­me woll­ten mir Mit­ar­bei­ter des 1&1-Callcenters DE-Mail bereits zwei Mal andre­hen. Der Rede­fluss war schnell gestoppt, als ich nach durch­gän­gi­ger Ver­schlüs­se­lung frag­te und danach, ob ich damit auch E-Mails aus dem Aus­land emp­fan­gen könn­te.
    Lus­tig war aber die letz­te Begrün­dung, war­um es die durch­gän­gi­ge Ver­schlüs­se­lung gar nicht brau­che: Der Teil­neh­mer kön­ne ja nicht ver­ant­wort­lich gemacht wer­den, wenn ver­schlüs­sel­te Inhal­te unbe­rech­tigt aus­ge­le­sen wür­den, denn ver­ant­wort­lich sei der Anbie­ter.
    Sel­ten so gelacht. Toter geht’s gar nicht.

  3. Uwe sagt:

    ja,ja, wie Alles Neue, wird zunächst auch DE-Mail zer­re­det und gleich von vorn­her­ein für tot erklärt.

    Pro­biert es doch ein­fach mal aus, dann könnt Ihr ger­ne noch­mal Eure Mei­nung dazu abge­ben.

    Und bit­te, schaut Euch auch die Vor­tei­le der DE-Mail auch mal an, wie z.B. güns­ti­ge­res Por­to und Zeit­er­spar­nis.

    Ich fin­de die DE-Mail ist auch bei feh­len­der Ende zu Ende Ver­schlüs­se­lung immer noch siche­rer, wie ein Brief, der durch vie­le Hän­de geht und bei Bedarf jeder­zeit gele­sen wer­den könn­te.

    1. teezeh sagt:

      Ich wer­de die­sen Quatsch ganz sicher nicht aus­pro­bie­ren, lie­ber Uwe. Nicht nur weil die Teil­nah­me an De-Mail frei­wil­lig und kos­ten­pflich­tig ist, son­dern vor allem, weil es sich um einen hirn­ris­si­gen deut­schen Son­der­weg han­delt, hin­ter dem noch dazu wirt­schaft­li­che Inter­es­sen ste­hen.

      Die Kri­tik an De-Mail geht außer­dem über die vor­der­grün­di­gen Sicher­heits­as­pek­te weit hin­aus. Det­lef Bor­chers hat dar­über 2010 bei \„hei­se online\“ eigent­lich schon alles gesagt.

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