Kritik Persönlich

Frage mal zu SEPA, IBAN, BIC und Co

Ich lebe nun schon vie­le Jah­re mit einer Bank­ver­bin­dung. Die bestand aus einer Kon­to­num­mer, bei mir sie­ben­stel­lig, und einer Bank­leit­zahl aus acht Zif­fern. Die konn­te ich mir mer­ken. Mitt­ler­wei­le wer­de ich prak­tisch durch­gän­gig genö­tigt, statt­des­sen mit einer IBAN mit 22 Stel­len (immer­hin nutzt Deutsch­land nicht die maxi­mal mög­li­chen 34 aus) zu han­tie­ren, die ich mir nicht mehr mer­ken will. Und natür­lich muss ich beim Emp­fän­ger von Über­wei­sun­gen auch stän­dig sol­che Zei­chen­un­ge­tü­me ein­tra­gen. Erschwe­rend dazu kommt dann noch BIC statt BLZ mit acht oder elf Zah­len und Buch­sta­ben.

SEPA-Überweisung
Foto: Data Becker via Ama​zon​.de

Der Sinn von SEPA und ISO 9362 für die Finanz­welt erschließt sich mir ja sehr wohl – für mich per­sön­lich ver­mag ich ihn aller­dings weni­ger zu erken­nen. Die Ban­ken und Geld­in­sti­tu­te kön­nen IBAN und BIC ja lie­bend gern für ihre inter­nen Pro­zes­se ver­wen­den. Solan­ge sie die­se sper­ri­gen Kon­struk­te vor uns ver­ste­cken, wenn wir sie nicht benö­ti­gen. Und ich gehe mal davon aus, dass die meis­ten Men­schen haupt­säch­lich Inlands­über­wei­sun­gen täti­gen.

Dass IBAN und BIC unhand­lich sind, beweist unter ande­rem das Auf­kom­men von Krü­cken wie Giro­code bei Spar­kas­sen und Volks- und Raiff­ei­sen­ban­ken.

Also, lie­be Finanz­dienst­leis­ter: War­um ver­bergt ihr nicht ein­fach die erzwun­ge­ne neue Kom­ple­xi­tät vor uns? So als Dienst am Kun­den?

Autor

Thomas Cloer ist Corporate Communications Manager in München. Hier schreibt er privat über allerlei, was ihn so interessiert.

7 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

    1. Marc sagt:

      wer sich mit der The­ma­tik nur mal kurz und bewusst befasst, wird ver­ste­hen, dass die IBAN für den End­kun­den siche­rer ist, wie alles zuvor. (da ua. eine Prüf­zif­fer vor­han­den ist)
      Ledig­lich die Umlern­pha­se ist unan­ge­nehm und die Ban­ken hat­ten ihre Haus­auf­ga­ben nicht gemacht.

      Die Ban­ken müs­sen seit Jah­ren den Emp­fän­ger (Name) mit dem Daten­satz nicht mehr abglei­chen, dh bei einem Zah­len­dre­her und der alten Metho­de wäre das Geld erst­mal bei einer Drit­ten­per­son, der sodann ermit­telt usw. wer­den müss­te, ver­bun­den mit evtl. Inkasso/Rechtsanwalt/Gericht und Zah­lungs­aus­fall.
      Das glei­che gilt, wenn aktu­ell noch Konto+BLZ ver­wen­det wird und von einem Online­pro­gramm bzw. der Bank umge­rech­net wird, denn bei einem Zah­len­dre­her wird die IBAN/Prüfziffer auf­grund der ange­nom­men fal­schen Basis-Daten sodann berech­net.

      Wenn man im Gegen­zug die IBAN manu­ell von einer Rechnung/Dokument bswp. über­nimmt, dann greift die Prüf­zif­fer.

    2. Marc sagt:

      Die Richt­li­ni­en der EPC (von 2/2013) für den SEPA-QR-Code, von den Spar­kas­sen sowie Volks-/Raiff­ei­sen­ban­ken als Giro­code benannt, war­um erst 1,5 Jah­re Spä­ter das „Pro­dukt“ bewor­ben wird, erschließt sich glaub nie­mand. Die Öster­rei­cher sind hier viel auf­ge­schlos­se­ner https://​www​.stuz​za​.at/​1​2​4​6​8​_​D​E​.​htm die an den Richt­li­ni­en ja mit­ge­ar­bei­tet hat­ten.

      Die Online­ban­king-App der VR* bspw. kann seit der 4 Quar­tal 2013 bereits den Code lesen, also vor der „eigent­li­chen“ Publi­zie­rung von Giro­code von vor weni­gen Wochen.
      *zwi­schen­zeit­lich kön­nen fast alle Apps den Code ver­ar­bei­ten.

      Auch hier sind die Öster­rei­cher wei­ter, denn dort kön­nen die Apps den SEPA-QR-Code aus der app gene­rie­ren und per Mail ver­sen­den.

      Dass der SEPA-QR-Code (Giro­code) lei­der aktu­ell noch nicht so ver­brei­tet ist, liegt an den Ban­ken, denn hier hät­te man viel frü­her auch bei den Soft­ware­prog. für Fak­tu­rie­rung sowie den Geschäfts­kun­den Wer­bung machen müs­sen.
      Daher soll­te evtl. auch als Kun­de, die Firmen/Rechnungsaussteller aktiv auf­merk­sam machen.

      1. Marc sagt:

        Aktu­ell läuft par­al­lel noch ZUG­fERD (PDF/A-3) an, hof­fen wir dass dies schnel­ler umge­setzt wird.
        Hier­durch wird inner­halb einer PDF (eRech­nung) ein „Daten­blatt“ im xml-For­mat über­mit­telt, wel­ches von Pro­gramm sodann feh­ler­frei über­neh­men wer­den kann.

  1. jake sagt:

    Abso­lut berech­tig­ter Post. Als eit­ler Weit­sich­ti­ger muss ich mei­ne Kin­der bit­ten, die Nul­len in der IBAN des Geld­emp­fän­gers zu zäh­len. Abge­se­hen davon kann man heu­te auf den Kon­to­aus­zü­gen (zumin­dest mei­ner Uni­credit) kaum noch auf einen Blick erken­nen, von wem die Koh­le gekom­men oder wo sie hin­ge­gan­gen ist. Sattt des­sen sind alle Infor­ma­tio­nen mit schwach­sin­ni­gen Zah­len ver­müllt, die für die Kom­mu­ni­ka­ti­on der Com­pu­ter gedacht sind. Das nen­ne ich mal „aus Kun­den­sicht gedacht“. Ban­ken sind ein Ser­vice-Müll­ei­mer.

    1. Marc sagt:

      Bzgl. Aus­zug „… Zah­len ver­müllt … “ ist der schwar­ze Peter eben­falls auf Sei­ten der Bank. Es wur­de ein­fach ver­säumt bzw. zu spät umge­setzt, von MT940 auf camt umzu­stel­len.
      Um die teil­wei­se ver­al­te­te Technik/Software der Ban­ken SEPA-taug­lich zu machen, muss­te die­se sich nun dem Rechen­zen­trum anschlie­ßen, was ja im Lau­fe der letz­ten ca. 22 Mona­te erfolgt ist.
      Sobald die Anpas­sung erfolgt sind, wird camt end­lich Stan­dard sein.

      Auch hier soll­te der Kun­de tätig wer­den und die Bank aktiv auf die Umstel­lung anspre­chen.
      Die Spar­kas­se bspw. stellt im Web­ban­king bei­des (!) dar, wenn die Kon­to­um­sät­ze über unter­schied­li­che Weg auf­ge­ru­fen wer­den – das muss glaub nie­mand ver­ste­hen, ist aber so.

      Der Kun­den­vor­teil durch die Umstel­lung auf die Rechen­zen­tren liegt bspw. ua. in der nun­mehr schnells­ten Trans­fer­zeit, selbst ban­ken­über­grei­fend.

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