Zurück auf iOS

Nach 10+ Jahren mit verschiedenen Android-Smartphones von Sony, Huawei, Fairphone, Samsung und Google bin ich vorerst zu Apple zurückgekehrt. Ein fraglos sehr geschlossenes, aber eben auch genau deswegen sehr geschmeidiges Ökosystem. Und zumindest ein klein wenig datensparsamer und datenschutzfreundlicher als das Google-Paralleluniversum. „Apple Silicon“ ist haushoch überlegen, Apple bietet mit Abstand die längste Software-Unterstützung für ältere Geräte, und spannende neue Apps kommen immer zuerst für iOS.
Relativ überrascht war ich, dass der Plattformwechsel einfacher vonstatten ging als gedacht. Eine Apple-App auf dem Pixel 10 Pro installiert, das neue iPhone gestartet und bei der Einrichtung angewiesen, die Daten von einem Android-Telefon zu importieren. Dann beide Telefone via USB-C verbunden und ab ging die Post.
„Auf iOS übertragen“ transferiert wahlweise Kontakte, Nachrichtenverläufe, Kamerafotos und -Videos, E-Mail-Accounts, Kalender sowie WhatsApp-Inhalte. WhatsApp nutze ich nicht, daher egal. Nach der verkabelten Datenübertragung fragte das iPhone dann auch noch, ob es – sofern vorhanden – die Apps vom Pixel aus dem App Store herunterladen solle. Hab ich gemacht und dann gelöscht, was ich nicht mehr brauch(t)e.
Bei Signal hatte ich zunächst die Befürchtung, mit leeren Chats neu beginnen zu müssen. Die stellte sich glücklicherweise als unbegründet heraus: die offiziell noch im Beta-Stadium befindlichen Secure Backups sind (anders als die Sicherungen auf dem Gerät) plattformunabhängig. Ich konnte mithin alle Inhalte vom Pixel via Cloud auf dem iPhone wieder einspielen. Bei fraenk musste ich aufgrund des Systemwechsels eine neue eSIM bestellen. Aber das war in zehn Minuten hauptsächlich Wartezeit erledigt.
Ich bin nun froh, wieder tolle Apps wie Things 3, Overcast, Mona, Tapestry oder Blackbox zu haben. Ein bisschen erstaunt war ich schon, dass meine Lieblings-Apps von früher™ größtenteils immer noch aktuell sind. Nice: Für meine Blutdruck-Tagebuch-App Avax wurde sogar das Premium-Abo von Android zu iOS übernommen. Einzig das erst kürzlich impulsgekaufte Lifetime-Abo für Appy Weather hätte ich mir sparen können, die App gibt es nur für Android. Leider. Werde ich also warten müssen, bis Acme Weather im deutschen Store landet.
Ähnlich wie Windows und macOS sind auch Android und iOS über die Jahre einander ähnlicher geworden. Beide bieten nun bei der Oberfläche deutlich mehr Anpassungsmöglichkeiten als früher: Widgets auf dem Startbildschirm, frei positionierbare App-Icons, anpassbare Sperrbildschirme, you name it. Sowohl Google als auch Apple hatten allerdings zuletzt mit Material Design 3 Expressive und Liquid Glass ziemlich heftige Änderungen am UI vorgenommen, die beileibe nicht allen Benutzerinnen und Benutzern gefallen (mir schon).
Jedenfalls gibt es endlich mehr Brücken zwischen den beiden Welten des aktuellen Smartphone-Duopols. Stichworte zum Beispiel RCS oder Airdrop. So darf es meinetwegen gern weitergehen.