Kagi oder warum ich für die Web-Suche bezahle

Dass ich mal für meine Standard-Suchmaschine Geld bezahlen würde, hätte ich vor ein paar Jahren auch nicht gedacht. Aber die Zeiten ändern sich, und das Web ändert sich mit ihnen. Leider nicht zum Besseren.

Die „Suchergebnisse“ von Google oder auch innerhalb von Amazon sind mittlerweile derart werbeverseucht und damit unbrauchbar, dass ich sie nicht mehr gebrauchen kann und/oder ertrage. Klar, es gibt allerlei alternative Suchmaschinen. Aber entweder greifen die auf die Indexe der Großen (Google, Bing) zu oder die Qualität ihrer nicht gesponserten Ergebnisse lässt zu wünschen übrig. Ich konnte mich jedenfalls mit keiner auf die Dauer anfreunden.

Richtig gut gefällt mir hingegen ein relativ neuer Player im Suchgeschäft, auf den ich eher zufällig gestoßen bin: Kagi. Eine Websuche ganz ohne Vermarktung, finanziert einzig über ihre Benutzerinnen und Benutzer.

Die ersten 100 Suchen sind zum Anfixen kostenlos. Ich habe also nach ein paar Dingen (und natürlich nach mir selbst) gesucht, bei denen ich bestimmte Ergebnisse erwartet habe. Und ich war wirklich positiv überrascht von der Qualität der Resultate. Auch der deutschsprachigen – fast immer eine Schwachstelle bei Such-Start-ups aus dem Silicon Valley*.

Nach ungefähr 20 Suchen hatte Kagi mich dann derart überzeugt, dass ich mir jetzt als Experiment für ein Jahr das Professional-Abo bestellt habe. Das kostet 108 US-Dollar (mit Steuern $128,52). Ich habe leider schon den Verdacht, dass ich diese Ausgabe bis auf Weiteres dauerhaft werde einplanen müssen.

Auf die ganzen Sonder-, Filter- und KI-Funktionen möchte ich an dieser Stelle gar nicht eingehen. Die schaut Ihr Euch am besten selbst an.

Man kann halt für die Suche im Netz auf die eine oder die andere Weise zahlen. Diese Grafik von der Kagi-Website bringt es auf den Punkt:

*Ein solches Angebot aus Europa wäre mir natürlich gerade in diesen Zeiten noch viel lieber gewesen. Ich kenne aber nichts Vergleichbares vom „Alten Kontinent“. Falls Euch was unterkommt, schreibt mir gern in die Kommentare.